maandag 15 mei 2023

„BELEHRUNG UND MAHNUNG“ (BEHAR): Rabbiner Dr. Salomon BREUER


Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                (1850 - 1926)

בהר

 

Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

 BEHAR

 Wer Gott das Erste und Beste von allem, was die Erde ihm zureift, weiht, ist bereit מברך בתורה תחלה zu sein, bekennt daß es Gott ist, dem er alles, was ihm wird, verdankt, daß er  von Gott nur empfängt, um damit Gott und seinem heiligen Willen zu dienen. Wer aber von diesem Bewusstsein erfüllt ist, wird nimmer die große, ernste Mahnung vergessen, mit der Mosche sein Volk ins heilige Land geleitet (Deut.8): daß Gott sein Volk alle Wunder der Wüstenwanderung nur erleben ließ, damit es für immer beherzige, daß, wie das Manna als unmittelbare Spende göttlicher Fürsorge ihnen zuteil wurde, auch das fortan mühsam erkämpfte Brot nicht weniger von Gottes Hand ihnen gereicht wird, Gott mit dem Brot ihrer leiblichen Lebensfristung ihnen aber auch das Brot ihrer Seele reicht, reichen muss, weil לא על הלחם לבדו יחיה האדם כי על כל מוצא פי ה' יחיה האדם „nicht auf dem Brot allein der Mensch lebt, sondern auf allem, was Gottes Mund entfährt, sein Leben sich gründe“ und ihr Leben elend verkümmern müsste, wenn nicht die Nahrung ihrer Seele Gegenstand ihrer vornehmlichsten Sorge wäre.

 Aus Gottes Hand empfängt der Jude das tägliche Brot seiner leiblichen Nahrung, diesem Bewußtsein gilt sein tägliches Hallel. Dies dürfte auch der Sinn jener Weisheitsworte sein: כל האומר הלל בכל יום ה"ז מחרף ומגדף (שבת קי"ח) „Wer täglich Hallel spricht, der lästert Gott“; andererseits כל האומר תהלה לדוד בכל יום ג' פעמים מובטח לו שהוא בן העוה"ב וכו' משום דאית ביה פותח את ידך (ברכות ד') „Wer die Tehilla Davids dreimal täglich spricht, darf künftiger Seligkeit sicher sein; enthält sie ja den Vers: Du öffnest deine Hand und sättigst allem Lebendigen das Verlangen“. – Das Hallel, das von Gottes Wundertaten spricht, die unsere Volksgeschichte begründet und begleitet haben – täglich gesprochen, erweckt es den Verdacht, als ob Gott nur in der außerordentlichen Offenbarung seiner Wundergröße von uns erkannt werde. Wer aber König Davids Tehilla dreimal täglich spricht, die uns aufruft, auch in unserer täglichen Nahrung das unmittelbare Gnadengeschenk göttlicher Fürsorge zu erblicken und, von diesem Bewusstsein erfüllt, unser Leben vor Gottes Augen zu vollenden, dessen Leben vor Gottes Augen zu vollenden, dessen Leben gestaltet sich zu dem Hallel, nach dem Gott sich sehnt, der hat den Forderungen des Lebens entsprochen.

Mit dem Gelöbnis מברך בתורה תחלה zu sein, sollte das jüdische Volk sein heiliges Land betreten; der ewigen Erneuerung dieses Gelöbnisses galt die jährliche Bikurimkundgebung. Sie erfolgte erst, nachdem das Land mit dem Schwert erobert und in Besitz genommen war. Von dem Augenblick an hatten die Söhne des jüdischen Volkes jährlich mit de, erstgereiften Früchten, die ihr Land ihnen zureifte, vor Gott hinzutreten und damit zu bekennen:הגדתי היום כ' באתי אל הארץ „Heute sind wir in das Land gekommen!“ Und mochten sie schon seit Jahrhunderten eingessene Bewohner ihres Landes sein – heute sind sie ins Land gekommen, stets aufs neue empfangen sie Land und Besitz aus Gottes Hand, und nur das Gelöbnis מברך בתורה תחלה zu sein; das sie mit der Weihe des Ersten und Besten vor Gott erneuern, macht sie würdig, den Fuß in Gottes Land zu setzen – : עשה מצוה האמורה בענין שבשכרה תכנס לארץ mahnen die Weisen, diese Mitswa gilt es zu erfüllen, denn stets aufs neue kommst du in das Land! Sprich dieses Bekenntnis כי באתי אל הארץ, mit dem du bekundest שאינך כפוי טובה daß du nicht undankbar, daß du dauernd dir bewusst bist, alles was du besitzest von Gottes Hand zu empfangen.

Und in dem Augenblick, da die Bikurimträger die Heiligtumshalle betraten, stimmte der Levitenchor den Psalm an: ארוממך ה' כי דליתני. Das Wort דליתני von דלה schöpfen, wovon דלי der Eimer (verwandt mit schweben), nach der sinnigen Erklärung unseres Rabbiners זצ"ל: etwas aus der Tiefe emporheben und über der Tiefe schwebend erhalten; das Geschöpfte hat seinen Halt in der Höhe, ohne den es wieder in die Tiefe stürzen würde dieses eine Wort drückt die ganze Eigenart der Geschickesstellung des jüdischen Volkes aus, das im Gegensatz zu anderen Völkern, die ihren Halt auf Erden finden, seinen einzigen Halt in der Höhe, in Gott zu suchen hat, ohne dessen dauernde Fürsorge es rettungslos wieder in die Tiefe stürzen würde. – Gibt es einen Psalm, der geeigneter wäre, dem Bewusstsein jubelnden Ausdruck zu verleihen, mit dem die Bikkurimträger sich zu erfüllen hatten in dem Augenblick, da sie vor Gott bekannten: heute sind wir ins Land gekommen, von Gottes Hand empfangen wir dauernd unser Besitz – Das aber heißt mit anderen Worten: „Erheben will ich dich Gott, denn Du allein hebst über die Tiefe mich empor!“

Der Pflege der Gesinnung, mit der die Bikkurimveranstaltung jeden Sohn des jüdischen Volkes erfüllen wollte, galten auch vor allem jene großen Sabbate, jedes siebte und fünfzigste Jahr, mit deren Schilderung unsere Sidra beginnt. Mit  Schemitta und Jobel forderte Gott die Proklamation seiner Herrschaft über sein Land: כי לי הארץ כי גרים ותושבים אתם עמדי „Mein Land ist das Land, Fremde und Beisassen seid ihr bei mir!“

Unmittelbar nach diesen großen Gesetzen folgen die gewaltigen Forderungen, mit denen Gott das soziale Leben seines Volkes im Zeichen der Gerechtigkeit und Ehrlichkeit, der Liebe und gegenseitiger Hilfsbereitschaft aufbaut. Beide Kapitel gehören innig und unlöslich zusammen: denn nur solange in Gottes Volk das Bewusstsein lebt, Gottes ist alles, was ihm eignet, wird auch sein Herz empfänglich bleiben für Gerechtigkeit und Liebe.

Wehe über den Missgünstigen, rufen daher die Weisen mit dem Mischlesatz aus, der diese Erde und ihre Güter in verbrecherischem Egoismus an sich reißt, er häuft Reichtum, der nicht ihm gehört, und er ahnt nicht, daß im selben Augenblick  „Mangel über ihn kommt“, Gott ihm das Recht nimmt, Seine Erde zu bewohnen; Seine Erde zu bezwingen. – Das hatte Kajin nicht bedacht, als er in frevelnder Selbstsucht die Ernte der Erde für sich einheimsen und Gott nur mit dem Abhub abfertigen zu können wähnte – denn da ihn solche Gesinnung erfüllte, war sein Besitzhunger maßlos, er zum Mörder seines  Bruders und verlor den Anspruch auf Gottes Erde. –

Vor solchem Fluch will Gott sein Volk für immer bewahren: Gottes Gesetz vom Sinai allein vermag es וידבר ה' אל משה בהר סיני לאמר.

Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 65-70

 

zondag 14 mei 2023

Maimed!

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donderdag 27 april 2023

Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Die Benediktion gegen die Ketzer


 Rabbiner Dr. Raphael BREUER

(1881-1932)

 

Die Benediktion gegen die Ketzer

 

 In: „Jüdische Monatshefte“ Jahrgang 5, Heft 11

 

Die 19. Benediktion, zugefügt an den ursprünglich 18 Benediktionen, „Schemoneh Esreh“ die wir dreimal täglich Richtung Jerusalem stehend, beten wird von viele routinemäßig herunter geprasselt, Diese Kategorie Betern meinen damit sei der Pflicht erfüllt, ahnen nichts von der tiefen geschichtlichen Zusammenhang und der aktuellen Bedeutung und Erforderlichkeit dieser Benediktion.

 Das ist kaum verwunderlich wenn man folgender Paradox bedenkt:

 In den Reihen der Orthopraxie der Gegenwart wird weltweit  identisch die selbe Schemoneh Esreh“, mit identischer Wortlaut, gebetet durch religiöse Zionisten und deren fromme Nachschlepper einerseits, durch die antizionistischen Thoratreuen Juden anderseits.

 Welche Ketzer der Gegenwart sollen geflucht werden? Etwa die Heidenrebellen (von N. Birnbaum geprägten Begriff) ? Und wenn bis in die Knesseth haMinim Ultraorthodoxe Rabbinern kollaborieren?

 Rabbiner Dr. Raphael BREUER gibt uns schlüssige Antworte auf diese Überlegungen. Zu lesen in Beilage. 

ברכת המינים - Die Benediktion gegen die Ketzer 0.JPG (76.6 KB)   
ברכת המינים - Die Benediktion gegen die Ketzer 1.JPG (122.8 KB)   
ברכת המינים - Die Benediktion gegen die Ketzer 2.JPG (114.9 KB)   
ברכת המינים - Die Benediktion gegen die Ketzer 3.JPG (113.2 KB)   
ברכת המינים - Die Benediktion gegen die Ketzer 4.JPG (54.8 KB)   

dinsdag 25 april 2023

Authentic Jewish Position on Al-Aqsa

Authentic Jewish Position on Al-Aqsa

 

 


Letter by Rabbi Josef Chaim Sonnenfeld, Chief Rabbi of Jerusalem in 1931

Dec. 6, 1931 - Jerusalem...
To the honorable Muslim Congress of Jerusalem,

 Orthodox Jewry in Palestine, under the auspices of the worldwide Orthodox organization Agudas Yisroel, is honored to greet the Muslim Congress in the Holy City of Jerusalem. May it be G-d’s will that this gathering of Muslim leaders bring blessing to the city and the land chosen by G-d, and help to bring about peace among all its inhabitants.

 The Congress will deal with the question of the Islamic holy sites in the Holy Land. In regard to this, it is important to us to declare before all those gathered, and before all of the Muslim world, that Jews have no intention to challenge the rights of Muslims to their holy sites, or even to demand any rights to these places, just as we do not want others to challenge our rights to sites holy to us.

 We completely deny any suspicion that we want to demand rights to your holy site that is called “the Al-Aqsa Mosque” and the other holy sites located on the Temple Mount compound.

 As far as the Western Wall, the place from which the Divine Presence never departed, our only wish is that we be allowed the same privilege as was allowed our grandfathers – to pour out our hearts in prayer respectfully, without disturbance, before G-d who dwells in this place.

 We hope that a spirit of peace will envelop the Congress, helping to remove the suspicions harbored in the hearts of each segment of the population against the other. May the Holy One, blessed is He, spread His canopy of peace over all the inhabitants of the land, giving success to its building and flowering for the good of all.

 The Center of Agudas Yisroel in the Holy Land, Jerusalem

Photo, Rabbi Yosef Chaim Sonnenfeld (center) welcomed by King Abdullah I of Jordan (second from left)

Courtesy: True Torah Jews

 

About ascending the Temple Mount by Jews

 

About ascending the Temple Mount by Jews


Comments

True Torah Jews (2016)

Upon request by the Jerusalem chief rabbi and his rabbinical court, a major ad campaign will commence in Arabic media stating the prohibition for Jews to ascend the Temple Mount, and to emphasize the wholehearted intention of True Torah Jews to live in peace with all!

Since a majority of the latest violence has been in regard to the Temple Mount, the Jerusalem rabbis feel that clarifying the prohibition on ascending the Mount, and the wish to live in peace, should - with G-D’s help - hopefully calm the situation.

http://www.truetorahjews.org/issues/templemount3

2 other interesting comments from an honest Jew

Binyomin Sherber Everyone knows that the only thing that will calm the situation is the dismantlement of the Zionist State, not merely the issue of the Al Aqsa. Besides, by asserting that a certain segment of the population are not involved in the Al Aqsas provocations would suggest that OTHER segments of the Jewish population are the real "bad guys" who DO approve of going up to the Al Aqsa, and this would give a misimpression that the rabbis suggest the uprising target other Jews instead of the black hat ones. And since the article in the Al Quds newspaper does not include the signatures of the rabbis involved, there is no way of knowing who authorized it and whether Palestinians are expected to distinguish between Agudist Jews and Eyda Charedis Jews, or whether the article speaks on behalf of both segments. Plus if the article condemns settlers, the Palestinians already know that major settlements include "ultra-Orthodox" Jews who do not go to Al Aqsa, so what happens then? Especially since this implies that the Eyda Charedis recognizes the idea of a two state solution implicitly.

Binyomin Sherber There will never be a calming of the situation as long as there is a Zionist state that continues to oppress, steal, expel, dehumanize and mistreat millions of Palestinians, including millions of refugees who are denied the right to return to their homeland of Palestine.

Below: see attached that the notorious article of a Zionist newspaper which is addressed to Arabs.

Whoever wrote this has decided that "Haredi" Jews are valuable...meaning that the rest of the Jews are hefker...this is absolute kefira... ["nachnu al-harediin......"] 

Another interesting comment from MYZ

 To say that “Chareidim are not Zionists” is the NKI/Natruna nonsense. It isn’t true that these Haredim are non-Zionists or anti-Zionists. Who are reading Mishpacha, if not Chareidi Zionists? Moreover:

 1- These Haredim are as much Zionists as the Zionists they are accusing

2- These Haredim who published the article do not claim to be non-Zionists, just that contrary to the non-Haredi Zionists, they don’t ascend the Har HaBayis. According to them, the intifada of knives we are seeing now was caused by Jews ascending the Har HaBayis. So, they believe because Charedim don’t ascend the Har HaBayis, the Arabs shouldn't stab them, which is complete nonsense, because ascending the Har HaBayis isn’t the only issue and because Haredim, as any other Zionists, are contributing to the colonization of Palestine. So, why shouldn’t they be attack by the Arabs? Which right do they have for asking such thing, seeing that they are as much Zionists as any other Zionist?

3- To claim that Chareidim don’t ascend the Har HaBayis is a complete lie. Who are the guys on the Har HaBayis? They are Haredim!

 

Bijlagen:
פרומער ציוני צייטונג בעט זיך ביי די אראבער . (123.5 KB)   

donderdag 20 april 2023

Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH: „Nur eine Parenthese“ (1896) , aber eine goldene!

 


Aus seinem Kommentar zur Haftoroh von Chaul haMaued schel Péssach

Quelle:  Die Haftoroth“  S.  478- 479  Frankfurt a. Main  1896

The wrong question about the war in Iran Yakov M. RABKIN

  At its root, the assault on Iran is inseparable from the question of Palestine   Yakov M. Rabkin / March 6, 2026 / 8 min rea   Much...