zondag 26 oktober 2025
vrijdag 3 oktober 2025
Rosenheim, Jakob (Rainer Frost, Frankfurter Personenlexikon)
Rosenheim, Jakob. Verleger. Jüdischer Religionsgelehrter. * 9.11.1870 Ffm., † 3.11.1965 Jerusalem.
R. stammte aus einer jüdischen
Kaufmannsfamilie.
Besuch der Realschule der von Samson Raphael Hirsch begründeten Israelitischen Religionsgesellschaft. Anschließend ab 1886
Banklehre. Seit 1894 Volontariat bei der Ffter Verlags- und
Sortimentsbuchhandlung „Carl Jügel Nachfolger“. 1895 Gründung des Verlags „J.
Rosenheim“ in der Königswarterstraße, später in der Großen Eschenheimer Straße.
Seit 1906 gab R. die ursprünglich in Mainz erschienene Zeitschrift „Der
Israelit“ in seinem eigenen Verlag heraus.
Seit 1908 strebte R. die Gründung einer Weltorganisation des orthodoxen
Judentums an. 1912 gehörte er zu den Begründern der in Kattowitz ins Leben
gerufenen „Agudath Israel“. Diese Organisation der Weltorthodoxie hatte für
einige Jahre ihr Zentralbüro in Ffm. Von 1929 bis zu seinem Tod war R.
Präsident von „Agudath Israel“.
R. nahm regen Anteil am jüdischen kulturellen und religiösen Leben in Ffm. Seit
1915 war er Erster Vorsitzender der Israelitischen Religionsgesellschaft und
gehörte gleichzeitig dem Schulrat der Realschule der Gesellschaft an. Als
Vorsitzender bestimmte er maßgeblich den geistigen Kurs der Israelitischen
Religionsgesellschaft in der Auseinandersetzung mit der Ffter Israelitischen
Gemeinde und deren konservativem Flügel. Er war Vorstandsmitglied der Freien
Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums und war für das
jüdische Volksschrift-Verlagswesen tätig. Mitbegründer des orthodoxen
Beth-Jakob-Schulsystems.
R. emigrierte 1935 nach England, 1941 in die USA. Seit 1949 lebte er in Israel.
Zahlreiche Abhandlungen im „Israelit“, u. a. „Beiträge zur Orientierung im
jüdischen Geistesleben der Gegenwart“ (1920) und „Abrahamitisches und
mosaisches Judentum“ (1924).
Verfasste Erinnerungen an die Jahre 1870 bis 1920 (hg. v. Heinrich Eisemann und
Herbert N. Kruskal, 1970).
Als prägender Persönlichkeit des Judentums wurde R., der sich mehr und mehr dem
Zionismus annäherte, 1929 der Ehrentitel „Morenu Harav“ (unser Lehrer, der
Rabbi) verliehen.
Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 212f., verfasst von:
Reinhard Frost.
Dieser Artikel wurde noch nicht abschließend für das Frankfurter
Personenlexikon überarbeitet.
Literatur: Arnsberg: Gesch. d. Ffter Juden 1983, Bd. III, S. 377-379. | Rosenheim:
Erinnerungen 1970.
Quellen: ISG, S2/725.
GND: 116624337 (Eintrag der Deutschen
Nationalbibliothek).
© 2025 Frankfurter Bürgerstiftung und bei dem Autor/den Autoren
Empfohlene Zitierweise: Frost, Reinhard: Rosenheim, Jakob. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), https://frankfurter-personenlexikon.de/node/936
Stand des
Artikels: 5.4.1995
dinsdag 27 augustus 2024
Der Fluch der bösen Tat. (Jüdische Monatshefte 5,11)
dinsdag 27 december 2022
Notiz über Antizionismus der historischen Agudaß Jißroel in 1914
Notiz
“Nichts liegt mir ferner, als in meinen folgenden Ausführungen den Zionismus zu bekämpfen, was ja auch nicht in den Aufgabenkreis der Agudaß Jißroel gehört“ (H. Eisenmann im ‚Israelit‘ Nr. 4 ; 22. Januar 1914)
Es ist selbstverständlich daß die Agudaß Jißroel ihre Kräfte in bloßer Polemik gegen den Zionismus nicht aufreiben kann. Durch eine ständige Betonung ihrer Friedensliebe kann aber die Agudaß Jißroel bei der großen Masse, die nicht in allen ihren Schichten urteilsfähig ist, in den Ruf kommen, daß sie den Zionismus gar nicht für ein so bedenkliches Ding halte, daß mit aller Energie bekämpft werden müßte. So ganz ohne Kampf, ohne Polemik und klare Frontstellung gegen den Zionismus wird sich die Agudaß Jißroel niemals betätigen können, will sie die Gefahr vermeiden, was sie auf der einen Seite durch praktische Arbeit gewinnt, auf der anderen Seite durch Duldung von Begriffsverwirrungen im eigenen Kreise zu verlieren, soll doch die Agudaß Jißroel nichts anderes sein als die Organisation der jüdischen Bekenntnisgemeinschaft. Diese jüdische Bekenntnisgemeinschaft kann und darf aber eine so wichtige Sache, wie es der Zionismus ist, nur eine Meinung haben. Einer Idee gegenüber, die gleich den Zionismus die Grundlagen der jüdischen Religion, des jüdischen Bekenntnisses, der jüdischen Bekenntnisgemeinschaft tangiert, Neutralität zu bewahren, das ist nicht einmal diplomatisch, denn der Zionismus wird schon die Agudah zwingen, ihre Stellung klar zu formulieren.
(Jüdische Monatshefte Schwat 5674 - Februar1914, Heft 3 S.124)
Kommentar: Wahrlich, nichts Neues unter der Sonne! Und der „Anti-“Zionismus vom ‚Israelit‘ ist wieder mal kundgetan.
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