Rabbiner Dr.
Salomon BREUER
(1850 1926)
שלח
לך
Belehrung
und Mahnung zur Wochenabschnitt
Schelach
Lecho
(Auszug)
...Diese בכיה
של חנם, diese Träne ohnmächtiger Schwäche ist es, die auch in unserer Gegenwart
Brüder, die sich zu den Gesetztreuen zählen, zu schweren Verirrungen führt.ונהי בעינינו כחגבים Man hatte nicht den Mut, im Vertrauen auf
Gottes Beistand Gottes heilige Sache in Reinheit und Selbständigkeit zu
vertreten und seinem heiligen Willen im Gemeindeleben den von Gott geforderten
Herrscherthron einzuräumen, glaubte vielmehr nur im Anschluß an Andersgesinnte,
ja im Anschluß an Gottes heilige Thora verleugnende Reformgemeinden Gottes
heilige Thora retten zu können! Aber mehr als die radikalste Reform bedroht die
unter dem Namen Zionismus propagierte
Bewegung alle jüdische Wahrheit und müßte, wenn ihr, Gott behüte, immer
größerer Einfluß beschieden wäre, unser Galuth nur verlängern und doch bringen es Jehudim
über sich, unter dem Namen Misrachi sich dieser
Bewegung, die die verhängnisvollste כפירה auf ihre Fahne
geschrieben, anzuschließen, um unter ihrer Führung den Weg nach der Heimat zu
gewinnen. Wann
wird der unselige Fluch der בכיה של חנם endlich schwinden, wenn die Wahrheit des זו הכנסת ישראל לארץ sich alle jüdischen Herzen
erobert haben?
Mit um so größerer Genugtuung
begrüßen wir es daher, daß der gesetztreue Weltverband der Agudas
Jissroél nunmehr entschlossen ist, der Forderung כלל שהוא צריך לפרט' ופרט
שהוא צריך לכלל Rechnung
zu tragen; das aber heißt: wie jede einzelne Gemeinde nicht des Anschlusses an
den כלל, an die Gesamtheit entraten
kann, so darf auch und vielleicht noch mehr der כלל in seiner Organisation die lebensnotwendigen
Interessen der auf dem Boden der אמת stehenden Gemeinden nicht gefährden oder gar
verleugnen, weil der כלל sich nur aus den Gemeinden zusammensetzt, der כלל daher die Prinzipien nicht verleugnen darf, die den
Gemeinden, wenn sie wahrhaft jüdischen Gemeinden sein wollen, heilig müssen! Wir begrüßen es daher mit aufrichtiger Freude, daß
nunmehr die Agudas Jisroel unter Wahrung dieser prinzipiellen Forderungen und
unter Beherzigung des וה' אתנו אל תיראו entschlossen
ist, den mannigfachen Gefahren, von denen die Gegenwart erfüllt ist, mutig und voll
Vertrauen in Gottes Beistand entgegenzutreten und an die Lösung der großen
Aufgaben heranzugehen, die unsere heißersehnte Gëula herbeizuführen
imstande sind. Heilige Pflicht eines jeden Jehudi ist es daher, einem solchen Verbande
beizutreten und ihn mit aller Kraft in seinen Bestrebungen zu fördern, und wir
zweifeln nicht, daß jedes treue Mitglied unserer Gemeinde unsere Aufforderung
Folge leisten wird. Schwere Gefahren drohen von Verblendeten, jüdischer
Wahrheit Entfremdeten unserem heiligen Lande, in dem Brüder, die sich uns und
unseren heiligen Prinzipien innig verbündet fühlen, in heldenhaftem Kampfe
stehen, um das heilige Land vor furchtbarer Tumoh zu schützen. Wo wäre da der wahrhafte Jude, die wahrhafte
Jüdin, die solchem Kampfe tatenlos fernbliebe und für ihn nur die erbärmliche Träne
der Schwäche übrig haben könnte?
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Quelle: Rabbiner Dr. Salomon
BREUER Belehrung und Mahnung vierter
Teil Numeri J.Kaufmann Verlag Frankfurt
am Main 1935 S. 25 - 33